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Teufel Impaq 300
Heimkinos erleben seit Jahren einen wahren Boom. Kein Wunder, denn immer mehr Haushalte schicken die altbewährte Bildröhre in Rente und gönnen sich einen der immer günstiger werdenden Full-HD Flachbildfernseher. 60 Zoll große Plasmafernseher erhält man zum Teil schon für unter 1.000,- Euro, da fällt der Umstieg leicht. Doch die Qualität der heutigen Fernsehsendungen ist leider nicht immer das Gelbe vom Ei, denn neben dem oftmals erschreckend niedrigen inhaltlichen Niveau, werden heute noch lange nicht alle Sendungen in HD gedreht und ausgestrahlt. Es ist also nur logisch, dass sich immer mehr Menschen ihre Lieblingsfilme in bester Bild- & Tonqualität nach Hause holen möchten. Da bieten sich Blu-rays als Medium natürlich an.

Lieferumfang & Verarbeitung

Das Set besteht aus den Folgenden Komponenten:

- 1x Blu-ray Receiver mit integrierter Verstärkertechnik IP 300 BR
- 2x Satelliten-Frontlautsprecher IP 3000 FR
- 1x passiv Subwoofer IP 3000 SW
- Fernbedienung inkl. Batterien
- Anschlusskabel
- Antennenkabel für den Radioempfang
- Anleitung

 

 

Trotzdem die komplette Technik in einem Gerät steckt, ist der Teufel Receiver nicht viel größer als ein gewöhnlicher Blu-ray Player. Er ist klassische 43cm breit und passt somit sehr gut in jedes handelsübliche HiFi-Rack. Die Gerätefront ist genau wie die Front des Subwoofers und die beiden Frontlautsprecher im modischen, Hochglanz schwarzen Klavierlacklook gehalten. Das sieht gut aus und es passt perfekt zum Design von vielen derzeit erhältlichen Fernsehern, allerdings sind die Oberflächen dadurch auch sehr anfällig für Kratzer und Fingerabdrücke. Wir raten also zur Vorsicht beim Staubwischen.

Außer per Fernbedienung kann man die wichtigsten Funktionen auch direkt an der Gerätefront per berührungsempfindlicher Touch-Steuerung bedienen. Das Bedienfeld leuchtet weiß, dadurch macht das Gerät auch im abgedunkelten Zimmer eine gute Figur. Hinter einer kleinen Plastikklappe findet man an der Front zudem einen USB 2.0 Anschluss (z.B. zur Wiedergabe von MP3s) und einen Kopfhörerausgang.

Das Anschlussfeld des IP 300 BR macht insgesamt einen hochwertigen Eindruck, zum Anschluss der Lautsprecher und des passiven Subwoofers stehen allerdings leider nur Klemmanschlüsse zur Verfügung, was aber klassenüblich ist. Dafür sind sie farblich markiert und man findet mit den ebenfalls vormarkierten, mitgelieferten Lautsprecherbkabeln sofort den richtigen Anschluss. Diejenigen, die eigene Lautsprecherkabel verwenden möchten, sollten bedenken, dass Teufel als maximalen Kabeldurchmesser 1mm angibt.

Auf der Rückseite des Blu-ray Receivers findet man darüber hinaus natürlich noch den Stromanschluss für das mitgelieferte Kaltgerätekabel, zwei AUX Eingänge in Stereo Chinch Ausführung, einen Ethernet Anschluss, einen HDMI Ausgang, einen Antenneneingang für den Radioempfang, zwei digitale Audio Ausgänge (1x koaxial, 1x Toslink) sowie Videoausgänge in YUV und Composite Bauart. Gewicht: 4,1 kg, Maße: 43,0 x 7,4 x 34,7 cm (BxHxT).

Erfreulicherweise unterstützt der Receiver bis auf SACD und DVD-Audio so gut wie alle derzeit gängigen Formate und Codecs:

MP2, MP3, MP3/MP3 pro, WMA, WAV, AAC, JPEG, AVI, MPEG1, MPEG2, MPEG4, Xvid, AVC/H.264, Dolby Digital, Dolby TrueHD, Dolby Digital Plus, Dolby Pro Logic II, Dolby Pro Logic II Movie, DTS, DTS-HD Master Audio, DTS-HD High Resolution Audio, CD-Audio, VCD, SVCD, DVD-Video, Kodak Photo-CD, CD-R, CD-RW, DVD-R, DVD+R, DVD-RW, DVD+RW

Während des Tests hat der Teufel Player all unsere Medien problemlos abgespielt.

Im Receiver selbst sind Endstufen in Class-D Verstärkertechnik verbaut. Es handelt sich dabei um digitale Endstufen, die kaum Wärme abgeben und zudem sehr energieeffizient arbeiten. Teufel gibt für die beiden Satelliten-Kanäle eine Sinus-Ausgangsleistung von 40 Watt an, der passive Subwoofer wird mit einer Sinusleistung von 60 Watt versorgt.

 

 

Bildqualität

Die beiden IP 3000 FR beheimaten in ihren geschlossenen Gehäusen jeweils einen 80mm großen Tief/Mitteltöner aus Papier und eine 19mm messende Gewebekalotte. Mit 800 Gramm fallen sie selbst im Vergleich zu den seit Jahren bewährten Satelliten des ebenfalls von Teufel stammenden Concept E Magnum Power Edition sehr leicht aus. Die Abmessungen betragen 9,0 x 20,0 x 9,8 cm (BxHxT). Das Innenvolumen wird von Teufel mit 1,3 Litern angegeben, die Impedanz beträgt 4 Ohm.

Der aus soliden MDF-Platten bestehende und in Bassreflexbauweise konzipierte Subwoofer IP 3000 SW hat an der Front eine Ausgleichsöffnung, um dem 20cm messenden Tieftöner aus Zellulose eine Möglichkeit zum „Ausatmen“ zu geben. Das Innenvolumen beträgt immerhin 24 Liter. Gewicht: 9,3 kg, Maße: 24,0 x 42,0 x 36,5 cm (BxHxT).

Alle Komponenten sind sauber verarbeitet, es gibt keine scharfen Kanten, die Spaltmaße fallen sehr gering aus. Nur die Stoffabdeckungen der beiden Frontlautsprecher könnten etwas stabiler sein.

Die Fernbedienung liegt gut in der Hand, auch hier kann die Verarbeitung überzeugen. Die Bedienung erfolgt verzögerungsfrei, die Beschriftung ist gut leserlich und der Druckpunkt der Tasten ist auch in Ordnung.

 

Die Überprüfung der Bildqualität haben wir mit verschiedenen Blu-rays und DVDs vorgenommen, die den Testern bestens bekannt sind. Die Einlesezeiten des Laufwerks lagen auf einem guten Niveau, längere Ladezeiten traten nicht auf. Die Geräuschentwicklung des Laufwerkes ist jedoch besonders während des Einlesens sehr störend, es klingt teilweise wie ein altes Diskettenlaufwerk. Etwas mehr Dämmmaterial könnte nicht schaden.

In Sachen Vollbildwandlung und Skalierung von SD-Filmmaterial gibt sich der IP 300 BR keine Blöße, DVDs werden sauber reproduziert, wir konnten keine Kammartefakte, Flimmern oder unruhige Szenen feststellen, Layerwechsel fielen ebenfalls nicht negativ auf. Die zum Test herangezogenen Szenen aus der älteren DVD „Waynes World“ wurden sehr sauber auf 1080p hochskaliert, die Farbdarstellung und die Bildschärfe wussten zu überzeugen.

Bei nativem HD-Material von Blu-rays hinterließ das Teufel System einen etwas zwiespältigen Eindruck. Das Set konnte auch hier mit sehr natürlichen Farben, einer guten Durchdetaillierung von dunklen Bildbereichen (Außenaufnahmen bei der BR „Sunshine“) und einem plastischen Bild überzeugen. Die sehr hohe Bildschärfe stach uns sofort ins Auge. Im direkten A/B Vergleich zwischen dem IP 300 BR und dem Panasonic DMP-BD65 des Testers, kam dann auch zutage, dass der Teufel Player das Bild künstlich etwas an schärft. In geringer Entfernung zum Bildschirm konnte man bei der hervorragend gemasterten Blu-ray „Batman: The Dark Knight“ sogar kleine aliasing Treppen an harten Kannten erkennen, diese fielen bei praxistauglichen Sitzabständen jedoch nicht weiter auf. Selbst wenn beim Panasonic Player der Schärferegler auf höchster Stufe stand, erschien das Bild nicht ganz so scharf wie beim Player des Impaq 300. Das wäre eigentlich auch kein Beinbruch, wenn man die künstliche Anschärfung beim Teufel System abschalten könnte, diese Option gibt das Menü aber leider nicht her. Hier wünschen wir uns eine Nachbesserung per Firmware Update.

 

 

 

Tonqualität

Da Teufel ja bekannter Weise in erster Linie ein Lautsprecherhersteller ist, waren wir auf die Tonqualität natürlich besonders gespannt.

Bei Filmen, egal ob von DVD oder von Blu-ray, kam mit dem kompakten 2.1 System gleich Freude auf. Die Explosionen in der Wüstenszene am Anfang von „Iron Man“ wurden mit viel Druck vom Subwoofer wiedergegeben, auch bei hohen Lautstärken konnten wir kein Dröhnen feststellen, die Bässe kamen stets sauber und satt, allerdings geht der Sub dabei nicht ganz so tief in den Basskeller wie bspw. der altbewährte, aktive Subwoofer des „Concept E Magnum Power Edition“. Aber auch wenn der IP 3000 SW keine Hosenbeine zum flattern bringt, ist die Bassgewalt für die meisten Wohnzimmer doch mehr als ausreichend.

Die Gewehrsalven wurden von den kleinen Satelliten wunderbar herausgestellt, die vorbei zischenden Projektile klangen zuweilen sogar schon recht bedrohlich. Beeindruckt hat uns auch die klare Stimmwiedergabe, Dialoge werden trotz eines fehlenden Centerlautsprechers stets sehr gut verständlich wiedergegeben. Der Subwoofer harmoniert sehr gut mit den kleinen Satelliten, auch bei höheren, für die meisten Mietwohnungen ungeeigneten Pegeln, verändert sich das Klangbild nicht zum Negativen.

Nach den Filmen wollten wir natürlich auch hören, wie sich das Impaq 300 mit Stereomusik schlägt, also Audio-CD rein und Augen zu. Basslastige Songs wie z.B. „Crescendolls“ von Daft Punk machten dabei besonders viel Freude, in Sachen Grobdynamik lässt das Teufel Set wenige Wünsche offen. Auch Rockmusik wusste zu gefallen. Bei Metallicas Kultalbum „Master of Puppets“ konnte man die einmalige Stimme von James Hetfield auch zwischen den wildesten Gitarrenriffs von Kirk Hammett folgen, das Schlagzeug ertönte knackig und präzise.

Die Detailauflösung und Differenzierung der Boxen wusste zu gefallen, manchmal hat uns allerdings ein wenig Dynamik gefehlt. Der Klang löst sich leider nicht wirklich von den Boxen, daher entsteht bei Filmen kein dreidimensionales Klangbild. Die fehlende Räumlichkeit zeigt klar den Unterschied zu 5.1 Sets auf. Während des Tests ist uns leider das dezente aber immer präsente Rauschen des kleinen Gehäuselüfters aufgefallen. Es stört bei normaler Zimmerlautstärke zwar nicht wirklich, empfindlichen Menschen dürfte es aber insbesondere bei ruhigeren Film- und Musikpassagen auffallen.

Etwas enttäuscht waren wir von den Einstellmöglichkeiten für die Lautsprecher. Dass man bei dem Preis und bei dem Systemprinzip nicht grade eine automatische Einmessfunktion inkl. Mikrofon erwarten kann, sollte jedem klar sein. Wenn man es allerdings von AV-Receivern gewohnt ist, die volle Kontrolle über den Abstand der Lautsprecher zu einander und zum Hörer, die Trennfrequenzen zwischen den Lautsprechern und dem Subwoofer, verschiedene Klangprogramme und vielem mehr zu haben, dann muss man beim Impaq 300 zunächst einmal umdenken. Denn an Einstellungsmöglichkeiten mangelt es dem Teufel Set leider. Außer der Lautstärke hat der Käufer nur Einfluss auf Bass und Treble

Die sehr überschaubaren Einstellungsmöglichkeiten kommen nicht ganz so versierten Anwendern jedoch auch entgegen, denn dadurch wird das Impaq 300 zu einem echten plug and play Set, das wirklich niemanden überfordern dürfte.

 

 

Multimedia

Über den USB Anschluss kann der Receiver MP3s, Bilder und Videos wiedergeben, dazu muss das Speichermedium jedoch in FAT32 formatiert sein. Im modernen On Screen Menü findet man die Dateien in einer übersichtlichen und benutzerfreundlich angeordneten Struktur wieder. Bilder kann man auch als Diashow anzeigen lassen, inkl. musikalischer Unterlegung.

Die Ethernetbuchse ist nur für das Abrufen von BD-Live Inhalten bei Blu-rays zuständig, DLNA Funktionen beherrscht das Teufel Gerät nicht. Auch Extrafunktionen wie man sie heute bei vielen Blu-ray Playern findet, wie beispielsweise einen eigenen Youtube Zugang oder Nachrichtendienste sucht man vergebens.

 

 

Fazit

Das Teufel Impaq 300 hat uns im Test eine Menge Freude bereitet. Die Tonqualität ist im Vergleich zu vielen anderen Einsteigersets der selben Preisklasse wirklich gelungen und sie stellt sowohl Film- als auch Musikliebhaber zufrieden. Es ist erstaunlich, wie gut die kleinen Lautsprecher selbst bei höheren Pegeln aufspielen, daran hat der bassstarke Subwoofer natürlich seinen Anteil. Die Bildqualität ist insgesamt ebenfalls gelungen, jedoch sollte Teufel dem Käufer unbedingt die Möglichkeit geben, die künstliche Bildanschärfung abschalten zu können.

Allgemein könnte der Berliner Hersteller dem Benutzer mehr Freiräume für Bild- und Toneinstellungen einräumen. Technikaffine Heimkinofreunde stoßen hier nämlich schnell an enge Grenzen. Doch was dem einen Leid, ist dem anderen Freud, denn in Bezug auf eine schnelle und einfache Inbetriebnahme verdient das Impaq 300 Bestnoten.

Das Design des Sets, mit der typischerweise recht kratzer- und fingerabdruckempfindlichen Klavierlackoptik, ist natürlich Geschmackssache. Die Verarbeitungsqualität hat uns hingegen überzeugt. Alle Komponenten sind sorgfältig verarbeitet, die Spaltmaße stimmen und so entsteht ein durchaus hochwertiger Eindruck.

In Sachen Multimedia haben wir nur die fehlende Möglichkeit zur Einbindung in ein Heimnetzwerk nach DLNA Standard vermisst, ansonsten zeigte sich das Teufel Set hier sehr zeitgemäß.

Mit dem Impaq 300 von Teufel bekommt der Kunde ein in den meisten Belangen überzeugendes Gesamtpaket aus Bild und Ton, das in Anbetracht der sehr fairen UVP von 599,- Euro als sehr gelungen bezeichnet werden kann. Für frisch gebackene Besitzer eines Flachbildfernsehers eignet sich das System optimal als Einstieg in die faszinierende Welt der Heimkinos.

 

Leistung: Sehr gut

Preis/Leistung: Ausgezeichnet

 

Das hat uns gefallen:

- Schicke Optik, gute Haptik
- Gute Klang- und Bildeigenschaften
- Sehr leichte Bedienung…

 

Das könnte besser sein:

- …die teilweise zu lasten der Einstellungsmöglichkeiten geht
- Kein HDMI Eingang für zusätzliche Geräte vorhanden
- Der Receiver arbeitet nicht völlig geräuschlos

 

Unser Tipp: Derzeit bietet Teufel das Impag 300 zum Aktionspreis von nur 399,99 Euro im Rahmen des Blu-ray Specials an, hier geht’s direkt zur Webseite

 

 



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