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Deadlight (XBLA) – Outside the Box Review
Schon wieder Zombies!!! Deadlight, der von Tequila Games entwickelte 2D-Plattformer schickt euch erneut in eine Zombie-Apokalypse und kombiniert dabei den Look-and-Feel eines "LIMBOs" mit der Atmosphäre von "The Walking Dead". Ob der neue XBOX-exklusive Arcade Titel von den Microsoft Studios mit dem Überraschungshit LIMBO mithalten kann und die PS3-Jünger nach FEZ und Trials Evolution erneut neidisch werden lässt, verraten wir euch in unserem Outside The Box Review.

STORY
Deadlight, XBLA, Bluplay, Review, Test, Download, Bluplay, XBOX 360In Deadlight spielt ihr den Ranger Randall Wayne, der nach einer Zombie-Apokalypse in den 80ern, seine Familie (Frau und Kind) suchen muss. Dabei wird zu Beginn in einer comicartigen Zwischensequenz gezeigt, wie Randall mit einer Gruppe Überlebender versucht, aus einem Lagerhaus in der amerikanischen Stadt Seattle zu fliehen. Randall wird jedoch von der Gruppe getrennt und muss sich nun, während seine Freunde mit einem Lieferwagen fliehen können, zu Fuß auf die Reise machen. Diese Comicsequenzen werden immer wieder zwischen den insgesamt drei Akten der ca. zwei bis drei Stunden dauernden Kampagne eingesetzt und treiben die Story vorran. Auf eurem Weg findet ihr immer mal wieder Tagebuchseiten von Randall, die seine Vorgeschichte erzählen. Diese muss sich der Spieler jedoch selbst durchlesen. Um noch mehr Atmosphäre zu schaffen, hätte man hier bei Alan Wake abschauen sollen. Dort wurden die gefundenen Manuskripte vom Protagonisten stimmig vorgelesen. Insgesamt erinnert die Inszenierung und Geschichte stark an die Comic-Serie “The Walking Dead” dessen gleichnamige Fernsehserie zur Zeit sehr populär ist und Deadlight somit genau zur richtigen Zeit im Kielwasser des Erfolges schwimmt. Schon fast dreißt kopiert ist eine Szene im Spiel, in der ihr mit einem kleinen Lieferwagen verunglückt und daraufhin von einem Jungen per Funk aus der Misere gelotst werdet.

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Die Story selbst ist spannend und hat ein gutes Erzähltempo. Ihr erfahrt immer mehr über die Ursprünge der Zombie-Epidemie und die Organisation, die aufgrund des entstandenen Chaos nach der Macht greift. Ein paar Rückblenden und Erinnerungsfetzen des Rangers Randall machen immer wieder die Motivation des Hauptprotagonisten deutlich und sorgen dafür, dass man nicht nur eine leblose Figur sondern einen verzweifelten Ehemann und Vater durch die verseuchten Gebiete steuert, dessen Schicksal der Spieler erleben möchte.

 

GAMEPLAY
Deadlight, XBLA, Bluplay, Review, Test, Download, Bluplay, XBOX 360Deadlight orientiert sich klar an dem Arcade-Hit LIMBO bzw. für die Veteranen unter uns “Prince of Persia”. Ihr lauft auf einer zweidimensionalen Ebene von links nach rechts und versucht kleinere Schiebe- und Schalterrätsel zu lösen um eure Reise weiterführen zu können. Randall kann, wie der kleine Junge aus LIMBO, laufen, springen, sich an Kanten hochziehen, Gegenstände schieben oder ziehen und Schalter drücken. Um sich gegen die Zombiemassen zu wehren, bekommt er eine Axt, einen Revolver und später sogar eine Schrotflinte als Hilfsmittel zur Hand. Doch grundsätzlich gilt es Auseinandersetzungen mit den Zombies bzw. den Schatten, wie sie im Spiel genannt werden, zu vermeiden. Bevor ihr eure Waffen bekommt, könnt ihr durch das geschickte Einsetzen der Umgebung die Zombies in Schach halten. Ihr lasst Gegenstände wie schwere Kisten auf die Zombies fallen oder lockt die Zombies durch Pfeifen oder Zurufe in Ecken, um dann aus höher gelegenen Ebenen über sie hinüber zu springen.
Sollte es doch mal zu einem Kampf kommen, habt ihr einen kleinen Lebensbalken, der nach Stürzen oder Zombieangriffen langsam sinkt. Medipacks, die ihr auf eurem Weg finden könnt, regenieren eure Gesundheit. Doch nicht nur auf eure Gesundheit solltet ihr achten. Seid ihr von Zombies umzingelt und besitzt noch keinen Revolver oder habt keine Munition mehr, kommt die Ausdaueranzeige zum Tragen. Wildes Axt-Geschwinge lässt diese nämlich ganz schnell in den Keller versinken und euer Bildschirm fängt an zu verschwimmen.
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Wenn man an Deadlight etwas negatives suchen möchte, würde einem als erstes die Steurerung in den Sinn kommen. Diese ist bei Sprungpassagen nicht immer ideal. Steht ihr zum Beispiel unter einer Feuerleiter und wollt diese mit einem beherzten Sprung erreichen, müsst ihr unbedingt darauf achten, dass der linke Stick am Gamepad am besten nicht berührt wird. Nur ein kleiner Einschlag nach links oder rechts und euer Held springt nicht wie geplant nach oben, sondern in die Richtung in der ihr gedrückt habt. Gerade bei Gegenstände die ihr benutzen, erklimmen und greifen könnt, hätte ich mir etwas mehr Toleranz bei der Steuerung gewünscht. Nach kurzer Eingewöhnungsphase hat man die Steuerung jedoch sehr schnell verinnerlicht. Letztendlich bleibt die Steuerung immer fair und Abstürze in den Tod oder misslungene Sprungpassagen sind immer der Unfähigkeit des Gamepad-Akkrobaten geschuldet.
Für einen 2D-Plattformer bleibt die Steuerung natürlich simpel. Mit A springt ihr, mit X interagiert ihr mit Objekten, mit B lasst ihr euch von Vorsprüngen oder Leitern hinabfallen bzw. nutzt eure Axt gegen Zombies, und mit Y lockt ihr Zombies an. Der rechte Schulterbutton lässt euch einen Sprint ausführen, der wiederrum eure Ausdaueranzeige beansprucht.
Eure Schusswaffen benutz ihr mit der Kombination aus dem rechten Analogstick zum Zielen und der rechten Triggertaste für den Abzug. All diese Aktion können stets präzise ausgeführt werden und gehen gut von der Hand.

 

PRÄSENTATION
Deadlight, XBLA, Bluplay, Review, Test, Download, Bluplay, XBOX 360Die Grafik ist für einen simplen 2D-Sidescroller überraschend detailreich. Während im Vordergrund alles in tiefem schwarz eingefärbt ist und nur wichtige Gegenstände und Plattformen leicht hervorstechen, ist der Hintergrund oftmals sehr hell und farbenprächtig. So überquert ihr nach einer kurzen Einführungsphase ein Autobahnkreuz. Während ihr im Vordergrund im Schatten der Brücken steht, wird der Hintergrund und die lange Autobahn komplett von der Sonne beleuchtet und zeigt die vielen Autowracks und herumstreunenden Zombies. Dieses Schattenspiel erstreckt sich durch das gesamte Spiel und ist sehr kontrastreich. Das zweite Kapitel, welches im Untergrund und den Abwasserkanälen der Stadt spielt, stellt dabei eine Ausnahme dar. Aufgrund des Settings und der fehlenden Tiefe sind die Kontraste nicht mehr so stark. Die nächste Platform ist schwerer zu erkennen und ich musste sogar an ein oder zwei Stellen die Helligkeit im Optionsmenü höher einstellen um eine Sprungpassage zu erkennen.
Gerade die Außenareale sind extrem schön anzusehen und bilden zusammen mit den gut gemachten Comicsequenzen ein sehr positives Gesamtbild.
Wie es sich für eine Zombieapokalypse und Survival-Szenario gehört, wurde das Spiel mit einem schweren düsteren Soundtrack unterlegt. Kurze Action-Passagen, wie eine Flucht vor einem Hubschrauber-Angriff, werden schnell und spannend musikalisch untermalt.
Auch bei den Synchronsprechern wurde viel Wert auf Authentizität gelegt. Ich hatte nie den Eindruck das eine Stimme unpassend war oder ein Satz nicht sinnvoll betont wurde. Auch die Umgebungsgeräusche und das Zombiegestöne tragen gut zum dem Thema bei. Wie bereits erwähnt, hätte ich mir noch eine Vertonung der gefundenen Tagebuchseiten gewünscht.

 

UMFANG
Deadlight, XBLA, Bluplay, Review, Test, Download, Bluplay, XBOX 360Für einen kompletten Durchlauf müssen ungefähr zwei bis drei Stunden eingeplant werden. Einige Stellen benötigen etwas mehr Geschick und Timing und stellen euch vor kleinere Herausforderungen am Pad. Diese Trial-and-Error Passagen verlängern die Gesamtspieldauer dann je nach “Skill” nochmals um ungefähr eine Stunde. Anders als in “LIMBO” gibt es bei “Deadlight” zudem bei jedem Ableben eures Helden noch ein paar Sekunden Ladezeit, die bei kniffligen Passagen doch das ein oder andere mal nerven.
Für Achievement- und Sammelfreunde gibt es in Deadlight noch einige Extras innerhalb der Spielwelt zu finden. So könnt ihr von Verstorbenen die Ausweise einsammeln, die besagten Tagebuchseiten und ein paar weitere besondere Gegenstände finden. Darunter fallen dann zum Beispiel auch insgesamt drei Handheldkonsolen, die an besonders abgelegenen Stellen im Spiel zu finden sind. Der Spieler kann aus dem Hauptmenü heraus die gewünschten Kapitel direkt auswählen, sodass ein gezielteres Suchen jederzeit möglich ist.

 

FAZIT
Deadlight, XBLA, Bluplay, Review, Test, Download, Bluplay, XBOX 360Mit “Deadlight” kam im diesjährigen “Summer of Arcade” das wohl qualitativ hochwertigste Spiel für die XBOX 360 auf den Markt. Mit 1200 Microsoft Points (also umgerechnet 14-15 EUR) erhaltet ihr einen angemessen langen Platformer, der mit einer nicht oscarverdächtigen aber doch spannenden Story, einer schönen Spielmechanik und wunderschönen Grafik voll überzeugen kann. Es ist ein schöner Mix aus Puzzle, Geschicklichkeitsspiel und Action, der mich trotz des eher schwachen zweiten Kapitels, über die gesamte Dauer bei Laune gehalten hat. Ich wollte unbedingt wissen, wie es zu dieser Epidemie gekommen ist und wer für das Chaos in der Welt verantwortlich ist.

 

Für unentschlossene steht auf dem XBOX Live Marketplace natürlich eine Demo zum Download bereit. Wem die Thematik zusagt und nach LIMBO immer noch von dieser Art von Spielen begeistert ist, muss bei “Deadlight” zuschlagen.

 

 



Kyanu
6. August 2012 um 21:55 Uhr

Wow ich hab grad richtig Lust bekommen. Vielleicht sollte ich mir nochmal eine Box gönnen und das Ding nachholen. :)

Gronka
6. August 2012 um 21:58 Uhr

Bei der Spieldauer reicht es, wenn du dir eine Box mal für einen Nachmittag ausleihst. Ist aber echt ein tolles Spiel geworden. Hat echt Spaß gemacht!


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