Dragon's Dogma - Review, Test, Vorschau
Dragon’s Dogma
Drachen - ein allgemein beliebter Feind in Fantasy-Szenarien aller Art, nicht erst seit Skyrim. Nun bringt Capcom mit "Dragon's Dogma" ein neues Spiel auf den Markt, in dem es um die großen Ungeheuer geht. Um einen ganz speziell in diesem Fall. Was ihr von dem Spiel erwarten dürft und für wen sich ein Kauf lohnt, erfahrt ihr hier in unserem Review! Dragon’s Dogma

Story

 

Dragon's Dogma Review Screenshot 01Gransys, so heißt die Welt in der Dragon’s Dogma spielt. Man selbst schlüpft in die Rolle eines Helden, der der Erweckte genannt wird.

Nach erfolgreicher Charaktergenerierung, startet man in dem kleinen Fischerdorf Casadis, wo unser Held lebt. Eines Tages jedoch wird das Dorf von einem riesigen Drachen angegriffen, der kurz zuvor aus einer anderen Dimension gekommen zu sein scheint.

Kurzerhand stellen sich die wackeren Helden des Dorfes dem Drachen – kurz gesagt ihr steht ziemlich allein gegen ein riesiges Ungeheuer, das ihr nicht bezwingen könnt. Doch als der Drache unseren Helden munter durch die Luft schleudert, gelingt es diesem doch tatsächlich sein Schwert  in die Hand des Drachen zu rammen. Von einem Menschen verwundet? Das geht gar nicht, denkt sich der Drache und bestraft uns damit, dass er uns das Herz aus der Brust reißt.

Doch unser Held ist alles andere als tot. Durch eine Art von Magie bleibt man am Leben und ist fortan in irgendeiner Form mit dem Drachen verbunden. Nun ist man also der Erweckte und macht sich auf den Weg in die Weite Welt von Gransys, um den Drachen zu finden, der einem das Herz geklaut hat. Dabei stehen einem Vasallen zur Seite, die scheinbar ebenfalls aus einer anderen Welt stammen, jedenfalls sind sie nicht absolut menschlich, auch wenn sie so aussehen.

Auf seinem Weg durch die riesige Spielwelt trifft man auf viele verschiedene Gruppen von Menschen, die einem nicht immer wohlgesonnen sind. Als ob das noch nicht genug wäre muss man sich mit riesigen Ungeheuern herumschlagen, die einen schon ein wenig an “Shadow of the Collosus” erinnern.

Die Story von Dragon’s Dogma bietet allerlei interessante Quests und wird gerade Genrefans sicher fesseln. Man verliert sich gerne auch mal einfach in der Welt und erkundet eine der unzähligen Winkel der Welt.

 

 

 

Gameplay

 

Zu Allererst sei hier einmal die Charaktergenerierung erwähnt. Bevor man nämlich richtig loslegen kann, muss man sich erst einmal seinen Traumcharakter erschaffen. Das geht recht einfach von der Hand und bietet dabei sowohl dem Generierungsmuffel, sowie dem Generierungsfanatiker ein gelunges System. Neben grundsätzlich Fragen, nach Geschlecht, Statur, Name und Klasse können Freunde der Charaktergenerierung nun nämlich auch noch das Aussehen ihres Erweckten anpassen. Etwa die Haar- oder Augenfarbe, die breite der Nase und vieles mehr. Dieses optionale Feature fanden wir recht angenehm, denn so bleibt es dem Spieler selbst überlassen wie viel Zeit und Lieber er in die Erstellung seines Erweckten oder seiner Erweckten stecken möchte.

Das Gameplay von Dragon’s Dogma ist so eine Sache für sich. Das Kampfsystem zum Beispiel ist toll gestaltet. Kämpfe verkommen hier auch nach mehreren Stunden und Level-Ups nicht zu sinnfreiem Buttonbashing, sondern erfordern vom Spieler ein relativ großes Maß an Taktik. Viele der Gegner sind mit bloßen Schwertattacken nicht kleinzukriegen. Man muss sich seine Vasallen gut zusammenstellen und auch selbst darauf achten, wie man kämpft. So sollte man zum Beispiel seine Ausdauer im Auge behalten. Ist diese nämlich aufgebraucht, kniet sich unser Held einfach hin und ist ein leichtes Ziel. Man sollte also schonmal eine kurze Pause im Kampf einlegen, sich zurückziehen und sich ein wenig erholen. Das erhöht die Dauer eines Kampfes an einigen Stellen enorm, was für ungeduldige Spieler sicher keine Freude ist, ein Taktikerherz aber höher schlagen lässt.

Die Steuerung beim kämpfen ist gut und bis auf ein paar Clippingfehler und Aussetzer können wir daran kaum etwas aussetzen, obwohl uns so eine schicke Rolle zur Seite gefehlt hat, um Angriffen schnell ausweichen zu können.

Für ein Rollenspiel besonders toll finden wir, dass man in Dragon’s Dogma nicht nur springen sogar klettern kann. So kann man sich an Vorsprüngen langhangeln und versteckte Winkel in der Welt entdecken, ganz in Assassins Creed-Manier. Das nutzt tatsächlich auch im Kampf, denn an einigen Gegnern kann man einfach hochklettern und so eventuelle Schwachstellen leichter erreichen. Auch wenn dieses Gegner-Besteigen leider etwas zu kurz gekommen ist beim Designprozess, denn gerade hier treten häufig Clippingfehler auf und generell ist das ganze etwas hackelig.

Einen großen Minuspunkt müssen wir leider für das Questdesign geben. Nicht dass die Quests an sich schlecht gestaltet wären, auch wenn sie oft in typische Archetypen alá “Hol mir dies und das” ausarten, aber die Queststruktur ist absolut undurchsichtig. Da hilft leider auch kein Logbuch, denn da finden wir zwar heraus wie unser Auftrag heißt aber mehr leider auch nicht. Die ist leider an vielen Stellen absolut unbrauchbar und manchmal kommt es sogar vor, dass Quests einfach abgebrochen wurde. Warum? Gute Frage, dazu gibt es vom Spiel nämlich leider keinerlei Rückmeldung.

Insgesamt spielt sich Dragon’s Dogma allerdings sehr flüssig und man wird nicht durch schlechtes Gameplay behindert. Das Spiel ist sehr actionlastig und da wundert es kaum, dass das Kampfsystem am besten gestaltet wurde. Das Spiel überzeugt durch seine kreativen Ansätze, die an einigen Stellen jedoch noch etwas mehr Feinarbeit bedurft hätten.

Besonders schön fanden wir auch, das Leveling im Spiel. Auch hier wird vom Spieler eine gewisse Taktik erwartet. Jede Klasse und Fähigkeit muss über Disziplinpunkte freigeschaltet werden. Man muss sich also überlegen in welcher Reihenfolge man sie freispielen möchte. Das wird unerfahrene Rollenspieler abschrecken, die alte Schule jedoch wird daran sicherlich gefallen finden.

 

 

 

Präsentation

 

Optisch bietet Dragon’s  Dogma leider gerade mal Mittelmaß. An vielen Stellen sind Texturen matschig und verschommen, dauernd ploppen irgendwo Texturen auf und noch viel schlimmer – NPC’s. Da kommt es schonmal vor, dass man eine Straße entlang geht und plötzlich ploppt wie aus dem Nichts ein NPC vor einem auf. Das nimmt dem ganzen Spiel leider einen Großteil der Atmosphäre, die an sich wirklich toll ist.

Es fällt einem nicht schwer in dieser Welt abzutauchen, die farblich sehr an Genrevertreter wie “Skyrim” erinnert. Farbenfrohe Gegenden sucht man vergeblich, alles ist einem düsteren Braun-Grün-Mix gehalten was der Welt einen schönen dreckigen Fantasyhauch verleiht.

Immer wieder bietet uns das Spiel Zwischensequenzen, die in Ingame-Grafik gehalten sind. Hier hätte der Entwickler gerne auch mehr Arbeit und Geld investieren können, sodass sich wenigstens mal ein Mund anständig bewegen würde, wenn jemand spricht.

Trotz vielen Mängeln überzeugt Dragon’s Dogma mit seiner Spielwelt immer wieder. Toll gestaltete Momente, die man einfach genießt. Grandios in Szene gesetzte Gegner, eine weitläufige Landschaft, die einen dazu einlädt sie zu erkunden. Doch Vorsicht! Anders als in anderen Spielen gibt es hier tatsächlich noch eine richtige Nacht. Nach einem geschmeidigen Tag-Nacht-Wechsel wird es irgendwann wirklich dunkel. Wer da in der Landschaft steht und keine Laterne dabei hat, hat wirklich Pech gehabt, denn ein Schnellreisesystem gibt es nicht. Dann heißt es Abwarten. Selbst mit Laterne steht man noch in fast absoluter Finsternis, einzig ein schwacher Lichtschein um einen herum erhellt die Gegend. Wir fanden das sehr stimmungsvoll, auch wenn es sicher irgendwann nervt, wenn man es mal wieder nicht zurück in ein Lager geschafft hat.

 

 

 

Multiplayer & Umfang

 

Einen richtigen Multiplayer gibt es in Dragon’s Dogma leider nicht, dafür aber ein anderes nettes Gimmick. Ist man mit dem Internet verbunden kann man Vasallen anderer Spieler zu seinem Trupp hinzufügen und mit ihnen Kämpfe bestreiten. Andersherum kann man auch seinen Vasallen ausleihen, wenn man beispielsweise gerade in einem Gasthaus rastet oder offline ist. Dafür bringt der Vasall dann nützliche Gegenstände mit, was doch ein schönes Gimmick ist. Nichts desto trotz wäre ein Multiplayer bei dem Spiel sicher nicht schlecht gewesen und hätte sich mit dem Vasallen-System auch angeboten. Schade.

Selbst für erfahrene Rollenspieler bietet das Spiel gut und gerne 35 Stunden Spielzeit, die man dann allerdings nur mit der Hauptquest verbringt. Wer sich entschließt die unzähligen Nebenquests auch noch in Angriff zu nehmen, wird die Spielzeit noch einmal deutlich verlängern können und die Spielwelt lädt auch geradezu dazu ein, sich in ihr zu verlieren.

 

 

Fazit

 

Capcom hat mit Dragon’s Dogma auf jedenfall ein ordentliches Rollenspiel abgeliefert, dass sich durchaus mit anderen aktuellen Genrevertretern messen könnte. Warum nur könnte? Die Macken des Spiels verwehren dem Spiel leider eine Spitzenwertung. Die Ansätze sind oft erkennbar und die Entwickler haben bewiesen, dass sie neue und kreative Ideen ins Spiel gebracht haben. Leider fehlt gerade hier die Liebe zum Detail oder vielleicht auch einfach bloß die QA. Vieles funktioniert zwar sehr gut, wie etwa das Kampfsystem, aber gerade optisch muss man bei dem Spiel doch Abstriche machen.

Für Einsteiger ins Genre ist Dragon’s Dogma leider gar nichts, es richtet sich ganz klar an erfahrene Rollenspieler. Das ist ist in sofern schade, weil bei Einsteigern das Spiel mit Sicherheit nach einigen Stunden in der Ecke landen wird. Der Schwierigkeitsgrad ist knackig und ohne die richtige Taktik und das richtige Level-Up sind einige Gegner gar nicht erst zu besiegen.

 

Capcom hat mit Dragon’s Dogma versucht ein großartiges Rollenspiel umzusetzen, was ihnen stellenweise auch gelungen ist. Für eine herausragende Benotung reicht es aber leider trotzdem nicht aus. Bleibt zu hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird, bei der die Macken ausgebügelt werden und die Stärken noch deutlicher hervorgehoben werden können. Für Rollenspielfans eine klare Kaufempfehlung, wer mit dem Genre nicht vertraut ist und nicht gerade die Herausforderung sucht, sollte hier lieber die Finger von lassen. Alles in Allem aber ist das Spiel nicht zuletzt wegen seiner stimmungsvollen Inszenierung und Atmosphäre einen Blick wert!

 

 


Bewertungen

Story
7/10
Gameplay
8/10
Präsentation
7/10
MP & Umfang
7.5/10
Fazit
8/10
Dragon’s Dogma
User-Bewertungen
12345678910 6,00/10
4 Bewertungen
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Kyanu
24. Mai 2012 um 08:45 Uhr

Klasse Review. Ich hoffe, dass Capcom Erfolg haben wird mit dem Franchise und einen zweiten Teil nachschiebt, der nochmal eine Schippe drauf setzt.

LoneStarr
24. Mai 2012 um 12:23 Uhr

Absolut. Ich denke, dass Dragon’s Dogma schon ein kommerzieller Erfolg wird. Das Spiel bietet echt ne ganze Menge. Aber an einigen Stellen hätten sie einfach mehr polishing betreiben müssen. Weiß nicht, ob es da am Ende ordentlich Zeitdruck gab oder woran es liegt.

Naja ich hoffe auf einen Teil 2, der dann die Ansätze weiter ausbaut und die Macken beseitigt.

KilliK
27. Mai 2012 um 12:16 Uhr

Muss mir das Spiel doch mal anschauen. Vor deinem klasse Review hab ich es nicht wirklich auf dem Radar gehabt.


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