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Beyond Good and Evil HD
Michel Ancel erschuf im Jahre 2003 mit dem französichen Ubisoft Studio das Action Adventure rund um eine mutige Reporterin, die bereit ist ihr Leben auf’s Spiel zu setzen um die Wahrheit hinter einer großen Verschwörung aufzudecken. Trotz der vielen Preise, die das Projekt einheimste und des hohen „Metascores“, wurde das Spiel kaum verkauft und fand in der Gamerszene auch nur wenig Beachtung. Gute acht Jahre später wird das Spiel auf einer neuen Generation von Konsolen veröffentlicht. In schickem HD-Gewand, aufpolierten Charaktermodellen und neuer Abmischung des Sounds, sollen sowohl Fans der ersten Stunde das Erlebnis auffrischen, als auch neue, jüngere Gamer zum ersten Mal in den Genuss kommen dürfen. Ob ein Meisterwerk, das damals zwar seiner Zeit voraus war, heute noch punkten kann, erfahrt ihr in unserem Review. Beyond Good and Evil HD

STORY
An dieser Stelle geben wir euch wie üblichen einen tiefen Einblick in die Geschichte des jeweiligen Spiels mittels einer kurzen Inhaltsangabe. Im Falle von Beyond Good and Evil wollen wir euch aber keinerlei Story-Element vorwegnehmen, sondern euch genau so ins kalte Wasser schmeißen, wie das Spiel selbst es mit euch tut.
Nur so viel sei erwähnt: Ihr spielt eine junge, tapfere Reporterin namens Jade. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Onkel, einem genialen Mechaniker-Schweine-Mensch auf einer Leuchtturminsel. Der Planet Hillys wird von außerirdischen Wesen, den Domz, angegriffen und da die Regierung bisher versagt hat diesen Krieg zu beenden, liegt es nun an euch etwas gegen diese Alienbrut zu unternehmen.

 

Auch heute noch ist die Story von Beyond Good and Evil etwas ganz Besonderes für das Action-Adventure Genre. Nicht viele Spiele können eine derartig tiefe und eindringliche Geschichte erzählen, denn sowohl die Charaktere als auch die Atmosphäre sind meiserhaft herausgearbeitet worden. Die Liebe zum Detail sieht man an allen Ecken und Enden. Natürlich schaffen moderne Produktionen, auch bedingt durch ihr höheres Budget, aufwendigere Story-Plots mit mehr Twists und mehr Schauplätzen. Doch was vor acht Jahren schon möglich war auf der kleinen Playstation 2, ist immer noch beeindruckend. Die Art wie die Geschichte sich entfaltet, welche Geschwindigkeit, welche Details sie ausarbeitet und wie sie die Charaktere zeichnet, ist fabelhaft. Die vielen Anspielungen auf das reale Leben und die Fülle an Ideen sind um jeden Zweifel erhaben.
Auch das Setting ist immer wieder eine Augenweide.

Die Geschichte schafft es einfach den gestandenen Zocker tiefer und tiefer ins Geschehen mit einzubinden. Für die Zeit, in der man spielt und sogar ein wenig darüber hinaus, fesselt sie und lässt einen so schnell nicht wieder los. Dabei kann man kaum einen einzelnen Moment festhalten oder dafür verantwortlich machen. Bei Heavy Rain, zum Beispiel, waren es die vielen emotianalen, höchst dramatischen Momente. Ein Uncharted übertrifft einfach alles an “Epicness” und bei Red Dead Redemption war es, wie bei einigen anderen Spielen, das Ende, das so unglaublich faszinierte.
Bei Beyond Good and Evil ist es die Summe der verschiedenen Story-Elemente und die Liebe zum Detail, die überzeugen und einen entführen.

 
GAMEPLAY
Ihr steuert die tollkühne Reporterin aus der Third-Person-Sicht. Die Tastenbelegung wird euch gleich vertraut vorkommen. An und für sich geht die Steuerung auch gut von der Hand nur einiges hat uns bei unserer Testsession doch arg gestört. Da wäre zum Einen die Wahl der Tastenbelegung. Mit der Kreis-Taste versorgt ihr euren Helden mit Nahrung, die eure Lebensenergie wieder auffüllt. Die Kreis-Taste ist aber seit jeher auch dafür zuständig Menus zu schließen. Ihr könnt euch also vorstellen, dass so manche Ration durch zu eifriges Schließen von Menüs verloren ging.
Die Hauptkritik gilt aber der Kamera. Hier hätte man bei Ubisoft besser daran getan nochmal ordentlich Feinschliff in die Kamerajustierung zu investieren. Besonders bei den kniffligen Hovercraft-Fahrten bringt einen die Wackelorgie um den Verstand.
Stichwort Hovercraft: Einen Großteil der offenen Spielwelt erkundet ihr mit eurem Hovercraft, das mit einem Luftkissen und Propellern nur so übers Wasser gleitet. Upgrades gibt es auch bei eurer Werkstatt des Vertrauens. Mit etwas Eingewöhnung geht auch das relativ gut von der Hand, wäre da nicht die schlechte Kameraarbeit.

Übrigens besitzt eure Heldin auch eine eigene Kamera. Mit dieser macht ihr wichtige Beweisfotos und neben den Missionen, Bilder von seltenen Tieren. Diese Tierfotografien schaufeln euch Kredits auf‘s virtuelle Konto. Mit dem Geld kauft ihr Nahrung, Reparatureinheiten für euer Fahrzeug oder ihr investiert in eine höhere Währung, den Perlen. Die seltenen Perlen ermöglichen euch wichtige Upgrades am Hovercraft. Ihr bekommt sie außerdem für das absolvieren von Missionen oder Erledigen von Zwischengegnern. Auch in zahlreichen Verstecken und kleinen Dungeons findet ihr die glitzernden Kugeln.

Abseits der Missionen könnt ihr auch einige Minigames bestreiten, oder den kleinen Wasserplaneten erkunden und nach seltenen Tieren oder Perlen Ausschau halten. Rennen kann man mit seinem Gefährt auch bestreiten.

Oft schlagt ihr euch alleine durch, doch ebenso oft bekommt ihr auch einen Partner zur Seite gestellt. Mit diesem müsst ihr dann einige weniger schwere Rätsel lösen oder gegen Feinde kämpfen. Die Kämpfe sind nicht weiter fordernd, es sei denn die Kamera fängt an zu zicken. Seid ihr alleine unterwegs, kommt es nicht selten vor, dass ihr euch durch gewisse Areale lautlos hindurch schleichen müsst. Die Stealth-Missionen verlangen einiges an Geschick und lassen auch gestandenen Zockern das Blut in den Adern gefrieren. Eine falsche Bewegung und die zierliche Reporterin segnet das Zeitliche. Ab und an kommt es auch vor, dass ihr einer Horde Gegnern entfliehen müsst. Diese Verfolgungsjagden erinnern frappierend an moderne Spieleblockbuster, wie etwa der Uncharted-Reihe.

Unterm Strich macht das abwechslungsreiche Gameplay auch heute noch mächtig Spaß. Nur die bockige Kamera und die für moderne Standards zu träge Steuerung hätten eine Frischzellenkur vertragen. Das kratzt an einigen Stellen zwar merklich am Spielspaß, aber einer insgesamt positiven Bewertung stehen die Kritikpunkte nicht im Wege.

 

PRÄSENTATION
Was für eine Figur macht ein Spiel, das schon zum Ende der Playstation 2 – Ära zu den älteren Titeln zählte? Im Detail steckt der Teufel. Schaut man näher hin, kann man die verwendeten Polygone an einer Hand abzählen und die matschigen Texturen stechen auch aus der Ferne sehr schnell ins Auge. Merklich hat sich etwas an den Charaktermodellen und den Schatten getan. Aber eine Grafikbombe ist auch die Aufarbeitung des Klassikers bei weitem nicht. Allerdings macht Grafik nicht nur reine Technik aus, zum Glück. Denn sowohl das Setting, als auch das Charakterdesign überzeugen auch heute noch. Zwar sind die Animationen nicht wirklich Lippensynchron, doch die Bewegungen und die Mimik weiß auch heute noch Emotionen zu transportieren. Die Inszenierung ist über alle Zweifel erhaben. Dazu zählt auch die fantastische deutsche Synchronisation und der geniale Score. Die musikalische Untermalung sorgt nicht nur für die nötige Brisanz und Dramatik, sondern weiß auch aufzuheitern und zu amüsieren.

Tag- und Nachtwechsel sowie eine lebhafte Bevölkerung lassen den Eindruck eines echten Planeten verdichten. Man darf natürlich keine Routinen ála The Witcher 2 erwarten. Mit dem Hintergrund des Alters des Titels macht die belebte Fußgängerzone aber einiges her.

Auf dem Papier kann Beyond Good an Evil nicht mehr punkten. Hat man aber ein Mal den ersten Eindruck überwunden, sieht man wieder wie viel mehr einem die Spielegrafik und die Präsentation eines Titels geben können. Beyond Good an Evil könnte dafür sogar zum Paradebeispiel avancieren.

EXTRAS UND UMFANG

Die Geschichte fesselt euch gute 10-12 Stunden an die Konsole. Wer mit Lösung spielt und wenig Wert auf Verstecke und Minigames abseits der Hauptgeschichte legt, wird wahrscheinlich um einiges schneller den Abspann sehen. Leider kann man nach Beenden der Story nur in seinen letzten Speicherstand zurückkehren. Ein freies Bewegen durch die Stadt und somit Suchen nach weiteren Perlen und Verstecken ist damit nicht möglich. Das ist sehr schade und hätte das Spiel besonders im Hinblick auf die Trophy-Jagd noch um einiges aufgewertet. Von denen gibt es auch einige zu gewinnen, allerdings keine Platintrophäe.

Multiplayer-Freunde werden sich noch fragen, ob man die Rolle des Partners übernehmen und ähnlich wie beim PSN-Titel Tomb Raider: The Guardian of Light ins Geschehen eingreifen und die Geschichte gemeinsam im Koop-Modus bestreiten kann. Leider war der Koop-Geist im Jahre 2003 noch nicht allzu verbreitet. Ubisoft hat auch keinen nachgereicht, was bedeutet, dass ihr das Spiel nur alleine steuern könnt. Gesellige Zockerrunden schließt das aber bei weitem nicht aus.
Für sehr wenig Geld bekommt aber auch ohne Multiplayer sehr viel Spiel geboten.

 

FAZIT
Auch nach acht Jahren ist es wieder passiert: Ich habe mich in Beyond Good end Evil verliebt. Gut, die Zeichen der Zeit haben schon ein wenig an der alten Schönheit genagt. Besonders die Steuerung und die bockige Kamera springen einem sofort ins Auge und fallen über die gesamte Spiellänge hinweg negativ auf. Die aufpolierte Optik macht zumindest bei den Charaktermodellen einiges her und der Sound überzeugt auf ganzer Linie. Sowohl Score als auch Synchronisation fügen sich nahtlos in die insgesamt meisterhafte Inszenierung ein.
Für all diejenigen unter uns, die mit dem Spiel bisher nichts zu tun hatten, sei die Investition wärmstens empfohlen. Gerade jetzt gibt es für Playstation Plus Kunden ein gutes Angebot und somit eine perfekte Gelegenheit ein Stück Videospielgeschichte nachzuholen.
Aber auch all jene unter uns, die das Spiel noch von damals kennen und lieben, werden ihre Freude auch ein zweites Mal haben, versprochen. Trotzdem muss sich der Titel auch nach heutigen Maßstäben messen lassen und da gibt es am Ende doch den einen oder anderen Punktabzug am ansonsten überzeugenden Gesamteindruck.

 

 

 


Bewertungen

Story
10/10
Gameplay
7/10
Präsentation
8/10
MP & Umfang
8/10
Fazit
8.5/10
Beyond Good and Evil HD
User-Bewertungen
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