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Texas Chainsaw Massacre – Blutgericht in Texas
Es ist soweit! Nach Jahren andauernder Beschwerde- und Prüfungsverfahren hat es der Medienverlag Turbine Medien geschafft! Die Originalfassung Texas Chainsaw Massacre (kurz TCM) aus dem Jahr 1974 wurde von der Beschlagnahmungsliste und im Dezember 2011 letztendlich vom Index genommen. Nun gibt es TCM ungekürzt, restauriert und in der originalen Fassung in einer schicken, prallgefüllten Box. Wir haben für euch die Blu-ray ausführlich getestet und verraten euch, ob sich der Kauf lohnt. Texas Chainsaw Massacre – Blutgericht in Texas

STORY

Der Film beginnt mit dem Roadtrip der fünf Freunde Kirk, Pam, Jerry, Franklyn und seine Schwester Sally quer durch Texas. Grund dafür sind mysteriöse Grabraube auf einem Friedhof, auf dem auch die Großeltern des Geschwisterpaares begraben liegen. Von dort aus soll es zu dem leerstehenden Haus der Großeltern gehen, wo das Grauen beginnt. Auf der Suche nach Bezin für ihren Kleinbus, geraten sie nach und nach in die Fänge einer Kanibalenfamilie.
Der Film besteht größtenteils aus Verfolgungsszenen der einzelnen Personen sowie aus verstörenden Aufnahmen des Kanibalenhauses. Hauptprotagonist und das Aushängeschild des Films ist ohne Zweifel “Leatherface”, ein zwei Meter großer Hühne der durch die berühmte Kettensägenszene dem Film seinen Namen gab.

 

Die Geschichte ist für einen Horrorfilm schnell erzählt und relativ vorhersehbar. Spannung kommt durch die Geschehnisse selbst kaum auf.
Gerade zu Beginn des Films ist man oft verwundert über die Naivität der Gruppe. Der Film lebt eher von dem Gefühl das er beim Zuschauer erzeugt, nicht von der Handlung selbst.

 

BILD

Ein Film der 70er Jahre ist in der Tat keine Augenweide mehr. Die aufpolierte Version ist gut auf 16:9 angepasst und zeigt in der Blu-ray Fassung zwar ein tolles Bild, doch die Körnung ist weiterhin vorhanden. Grund dafür ist die angewandte Methode des HD-Scans, welche mit dem schon damals überholtem 16mm-Material als Vorlage Vorlieb nehmen musste. Daher darf man vor dem Ansehen des Films nicht zu hohe Erwartungen haben und muss eher mit einer guten DVD Qualität rechnen.
Die Kameraeinstellungen sind häufig verstörend nah am Geschehen, zeigen aber nie direkt auf explizite Szenen. Die Schnitte sind teilweise sehr kurz und schnell und sollen so bei dem Zuschauer Panik erzeugen. In anderen Szenen, wie zum Beispiel dem ersten Einblick in das “Knochenzimmer”, gibt es einen ständigen Wechsel von kurzen schreckartigen Aufnahmen und sehr langsamen Kamerafahrten durch das Zimmer. Dadurch prägen sich die grausamen und verstörenden Bilder beim Zuschauer besonders ein.

 

SOUND

 

Der Film liegt in der original 2.0 Mono Version (Deutsch und Englisch) sowie einer später angefertigten 2.0 Stereo Version (nur Englisch) vor. Neu hinzugekommen sind die DTS-HD Master Audio 5.1 Spuren, die in der Qualität des Raumklanges aber kaum besser sind, als die Original-Spuren.

 

Die Dialoge, wenn sie auch nur gering am Anfang vorhanden sind, sind überraschend klar und deutlich zu verstehen. Ein Nachjustieren der Lautstärke war nicht ein einziges mal notwendig. Zum Ende hin wird es jedoch noch mal richtig laut. Es wird gekreischt, gesägt und gebrüllt. Dies trägt zwar zur eh schon brutalen Stimmung bei, doch anstrengend ist es allemal.

 

EXTRAS

Der Film ist in dieser Box von Turbine sowohl auf Blu-ray als auch auf DVD vorhanden. Die Extras befinden sich auf zwei weiteren DVDs und sind besonders empfehlenswert um den wahren Wert und die Faszination dieses Films zu verstehen. Neben den üblichen Audiokommentaren der Darsteller und des Regisseurs Tobe Hooper, gibt es drei Dokumentationen, die den Entstehungsprozess des Kultfilms mit Interviews und alten Fotoaufnahmen zeigen. Außerdem wird dort auch erläutert, wie die Reaktionen auf diesen Film waren, welche Probleme es bei dem Dreh gab und wie die Sequels noch mit dem Klassiker im Zusammenhang stehen. Besonders spannend ist hierbei auch die Finanzierung des Films, die Zusammenarbeit mit einer zwielichtigen Firma, die sich später als Mafia herausstellt und der “Erfolg” von TCM für die Beteiligten.
Zusätzlich zu den Dokumentationen gibt es noch eine Führung durch das TCM-Haus mit “Leatherface” Gunnar Hansen sowie Trailer, Outtakes und entfernte Szenen.
Ein weiteres Highlight dieser Box ist ein über 60 Seiten starkes Booklet zu der Zensurgeschichte des Films und den letztendlichen Aufhebungen der Beschlagnahmung und Indizierung. Neben der Beschreibung werden hier auch Gutachten und Gerichtsbeschlüsse im Original abgedruckt.

 

FAZIT

Dieser Film gilt noch immer als Kultklassiker unter den Horrorfilmen. Der Reiz dieses Films ist aus heutiger Sicht, eher die Neugier des Konsumenten, zu erfahren, was diesen Film so schlimm macht und warum es zu einer Beschlagnahmung geführt hat. Wer diesen Prozess in Gänze verstehen und nachvollziehen möchte, muss sich mit den Hintergründen beschäftigen.
Der Film zeigt so gut wie nie explizite Szenen. Die Brutalität erreicht der Film auch durch die Dinge, die sich jeder Zuschauer beim Ansehen in seinem Kopf vorstellt.
Wer nur den Film sieht, wird relativ schnell enttäuscht sein. Dafür erzeugt er zu wenig Spannung und bietet schaupielerisch nichts Ausergewöhnliches (mit der Ausnahme der Drehstrapazen).
Was dieser Film jedoch perfekt schafft, ist es, bei dem Zuschauer ein Gefühl von Ekel und Abscheu zu erzeugen. TCM macht den Zuschauer fertig. Die verstörenden Bilder, die aussichtlosen Situationen und die besonders nervenaufreibende Schlusssequenz in der die letzten zwanzig Minuten ununterbrochen geschriehen wird verursachen ein ständiges Unwohlsein.
Unter heutigen Gesichtspunkten kann ich TCM, also dem Film selbst, keine klare Empfehlung aussprechen. Als Dokumentation über das Phänomen “Texas Chainsaw Massacre” ist diese Box ganz klar jedem zu empfehlen, der sich etwas mehr mit dem Film beschäftigen will als ihn sich nur anzuschauen.

 

 


Bewertungen

Story
4/10
Bild
6/10
Sound
7/10
Extras
10/10
Fazit
7/10
Texas Chainsaw Massacre – Blutgericht in Texas
User-Bewertungen
12345678910 7,00/10
1 Bewertungen
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Kyanu
21. Juni 2012 um 20:11 Uhr

Klasse Einstand, Gronka! Tolles Review!

Bill Morisson
21. Juni 2012 um 21:08 Uhr

Klasse Review Gronka! Als ich TCM zum ersten mal gesehen habe konnte ich nicht wirklich verstehen, warum der Film damals sogar beschlagnahmt wurde. Aber wenn man sich ansieht, was in den 80ern alles für Spiele indiziert wurden, dann merkt man schnell, dass die Sensibilität für das Thema Gewalt in Medien früher ganz anders war. Auch wenn so mancher Politiker gerne die “Killerspiel” Keule schwingt – Spiele wie Dead Space und Filme wie Saw hätte es früher nie gegeben. Aus heutiger Sicht ist TCM nichts besonderes mehr, trotzdem sollte man immer im Gedächtnis haben, dass dieser Film auch die heutigen Medien geprägt hat. Und wenn TCM, dann die Originalversion und nicht das Remake mit Jessica Biel.

KilliK
22. Juni 2012 um 20:18 Uhr

Schliesse mich meinen Kollegen an ! Top !


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