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Offroad
Eine Woche vor offiziellem Release erreicht unsere Redaktion heute die blaue Scheibe zu Elmar Fischers neuen Streifen "Offroad - Pack das Leben bei den Hörnern" mit Nora Tschirner in der Hauptrolle. Vertrieben wird die Offroad-Komödie aus deutschem Hause von Paramount Home Entertainment, welche mit ihren 100 Jahren Unternehmensgeschichte zu den ganz Großen der Filmindustrie gehören. Ob sie mit diesem Film auch den ganz großen Wurf landen oder ob sie davon lieber die Finger gelassen hätten, erfahrt ihr in unserem Review! Offroad

STORY

Die junge Meike Pelzer (Nora Tschirner) arbeitet als Junior Chefin im Unternehmen der Familie und führt ein beschaulich gediegenes Leben in der Provinz. Natürlich wohnt sie noch im Haus ihrer Eltern, gehört dem örtlichen Schützenverein an und plant ihre eigentlich schon offensichtliche Zukunft gemeinsam mit ihrem Verlobten Phillip (Max von Pufendorf). Doch irgendwas stört Meike an dieser planmäßigen Idylle und so beschließt sie, etwas für sie Untypisches zu tun. Einfach, um zu zeigen, dass eben nicht alles bereits festgeschrieben steht und so kauft sie bei einer Zwangsversteigerung einen alten Geländewagen, mit dem Ziel vor Augen, damit irgendwann einmal durch die Sahara zu fahren. Als sie jedoch kurz darauf feststellt, dass der alte Jeep in jeder Ritze Koks beherbergt, gerät ihr Leben völlig aus den Fugen und ein haarsträubendes Abenteuer beginnt.

 

Von Anfang an ist Nora Tschirner der einzige Sympathieträger dieses bodenlos platten Ensembles. Sämtliche Charaktere entstammen dem großen Einmal Eins fürs Filmklischees, die Geschichte ist vollkommen belanglos und dazu auch noch mäßig inszeniert. Die meisten Charaktere kommen über die stereotype Skizzierung ihrer Wesenszüge die vollen 98 Minuten nicht hinaus und die einzigen, die etwas mehr Profil zeigen, entwickeln dabei teils unglaubwürdige Komplettwechsel. In einer Situation gerät Meike in Bedrängnis und erhält unerwartet Hilfe von einem fremden Pärchen. Der Mann erweist sich dabei als integer und pflichtbewusst, nur um in der nächsten Gelegenheit was zu tun? Er stiehlt einer Mutter an einer Tankstelle die Digitalkamera mit der einleuchtenden Begründung, er sei eben technikbegeistert. Was soll das?  Möchte man hiermit die Legitimation schaffen, dass der nette Unbekannte aufgrund seiner erfrischend offenen Definition von Eigentum nichts dagegen einzuwenden hätte, der Hauptdarstellerin dabei zu helfen, ein wenig Drogen unter die hart feiernde Bevölkerung zu bringen? Falls ja, nehmt das nächste Mal bitte einen Hammer dafür, der tut weniger weh.

 

 

BILD

Das Bild ist – anders das Drehbuch – bestechend scharf und kontrastreich. Es wurden teils sehr schöne Bilder eingefangen. Auch die Lichtstimmung ist stets gut und die Kulisse atmosphärisch, was vielleicht mit an den warmen Erdtönen liegt, die für die meisten Einstellungen verwendet wurden.  Die meisten Szenen wurden in Berlin und Umgebung gedreht. Die Auflösung ist natürlich im ansprechenden Full HD Format von 1920*1080 in einem Seitenverhältnis von 16:9.

 

 

SOUND

Anders als das Bild ist der Sound leider nicht in gewohnter Blu-ray-Qualität vorhanden. Während sämtliche Hintergrundgeräusche die ganze Zeit einen Ticken zu kräftig waren, war die Tonspur immer – und ich meine immer – viel zu leise. So musste ich den ganzen Film über die Lautstärke nachregeln, manchmal zehn Einheiten nach oben, nur um sie in der nächsten Szene blitzartig wieder runterregeln zu müssen, weil wir uns auf einmal in einem Club befanden, dessen Musik auch meine Nachbarn hätten mitsingen können. Gegen kleine Ungereimtheiten in der Soundabmischung kann man manchmal nichts machen, aber das war schon an der Grenze zur Zumutbarkeit. An einigen Stellen hab ich nicht mal verstanden, was die Charaktere eigentlich sagten, weil ich nicht schnell genug wieder die Lautstärke bis an den Anschlag gepegelt hab. Sehr schade, weil dieses offensichtliche Problem sicher vermeidbar gewesen wäre.

 

 

EXTRAS

Was sagt man dazu. Story und Sound fallen mal eben komplett durch aber bei den Extras haben sie gesagt “Komm, da lassen wa’ uns nicht lumpen.” Und das haben sie dann auch nicht gemacht. So gibt’s ein Making-Of vom Film, es gibt Interviews mit den Charakteren, diverse Outtakes wie die Dixie Szene (übrigens der erste Outtake, von dem ich je sagen konnte, dass es gut war, diese Szene nicht im fertigen Film drin zu haben), dann ist auch noch ein Musikvideo von Culcha Candela dabei, welche den offiziellen Sound zum Film beigesteuert haben, ein Video von der Filmpremiere ist auch enthalten und zu guter Letzt spricht sogar noch Hauptdarstellerin Nora Tschirner über die Story. Ein sehr schönes Paket an Extras, dafür gibts einen dicken Daumen nach oben.

 

 

FAZIT

Tja, wie wird das Fazit wohl ausfallen? Offroad – Pack das Leben bei den Hörnern ist der mit Abstand mäßigste Blu-ray-Release, den ich dieses Jahr bislang gesehen habe. Und das war jetzt so euphemistisch wie nur irgend möglich. Hauptdarstellerin Nora Tschirner war mir den ganzen Film über sympathisch, ihre Rolle blieb jedoch weitesgehend flach. Schauspielkollege Max von Pufendorf als ihr Freund/Verlobter Phillip hat ebenfalls einiges aus seinem Charakter herausgeholt und sogar Ansätze von Facetten gezeigt. Allen anderen blieb diese Gelegenheit leider verwehrt. Der Film schafft es einfach in keinster Weise zu überzeugen. Weder als Klamauk, noch als Krimi, noch in seinen Action-Szenen und leider auch nicht in den romantischen Momenten. Und ein Offroad Movie war es schon gar nicht. Offroad wollte so einiges sein, am Ende war er in allen Bereichen leider zu wenig. Eine Kaufempfehlung kann die Redaktion hier nicht aussprechen.

 

 


Bewertungen

Story
2/10
Bild
8/10
Sound
4/10
Extras
8/10
Fazit
4/10
Offroad
User-Bewertungen
12345678910 4,00/10
2 Bewertungen
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