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Moneyball – Die Kunst zu gewinnen
Sony Pictures Home Entertainment veröffentlicht die Geschichte von Billy Beane, dem Manager des Baseball-Teams „Oakland Athletics“, erstmals auf Blu-ray Disc. Wir haben uns „Moneyball“, der auf den tatsächlichen Geschehnissen beruht, die sich in der Major League Baseball zwischen 2001 und 2002 zugetragen haben, genauer angeschaut und verraten euch, ob die Blu-ray die positiven Eindrücke der Kinovorstellung bestätigt, oder nicht. Moneyball – Die Kunst zu gewinnen

STORY

Billy Beane (Brad Pitt) sitzt in einem leeren Stadion. Er hört eine Tonbandaufnahme der Übertragung des letzten, alles entscheidenden Spiels zwischen den „New York Yankees“ und seinen „Oakland Athletics“. Immer und immer wieder spult er die alles entscheidenden Sekunden ab. Sein Team hat die Partie verloren, doch es war ein unfaires Spiel. Die „Yankees“ haben das Dreifache an Budget zur Verfügung und demnach auch bessere Spieler. Zwar ist das jedes Jahr so und am Ende der Saison kann sich keiner mehr an die guten Leistungen seines Teams erinnern, weil sie das Schlüsselspiel vergeigten, doch dieses Mal will Billy etwas ändern. Als auch der Eigentümer nicht mehr Geld springen lassen kann und der Manager betrübt und genervt vom Gerede der Scouts im kleinen Besprechungsraum sitzt, platzt ihm der Kragen. Denn zu allem Überfluss verlassen das Team auch noch die drei Grundpfeiler des Teams. Diese Spieler, besonders Giambi zu ersetzen, wird eine Aufgabe der Unmöglichkeit, besonders bei dem geringen Budget.

Dieses Mal will er alles anders machen, er weiß nur noch nicht wie. Billy reist zu den Cleaveland Indians und versucht dort sein Glück, neue Spieler zu verpflichten. Doch bei seinem Pendant, dem Manager des Teams mit dem Indianer-Logo, beißt er auf Granit. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass einige Berater seinem Gegenüber ständig die Antwort ins Ohr flüstern. Billy nervt dieses Meeting so sehr, dass er im Anschluss Peter Brand (Jonah Hill) aufsucht und ihn fragt, was er seinem Boss während des Meetings zuflüsterte. Doch Peter versichert ihm, dass die meisten seiner Vorschläge erstens nicht direkt von ihm übermittelt werden dürfen und zweitens eh kaum Beachtung finden. Schnell merken die beiden, dass sie an die gleiche Philosophie glauben. Baseball besteht aus Zahlen und Fakten, aus Statistiken, die man nur richtig lesen muss. Da draußen gibt es einen Haufen unterbewerteter Spieler, weil man eher darauf achtet, wie ein Spieler aussieht und ob seine Freundin attraktiv ist, als was er tatsächlich imstande ist zu leisten. Der Entertainmentfaktor bestimmt Nachfrage und Preis, die eigentliche Leistung bleibt oft unbeachtet. Billy findet heraus, dass Peter an der Yale University Wirtschaft studiert hat und sich demnach mit Zahlen bestens auskennt. Kurzer Hand entschließt Beane sich den Studenten ins eigene Team zu holen und somit legt er den Grundstein für eine Revolution des Sportes. Ihre Vorgehensweise, die „Moneyball“ getauft wird, soll die Geschichte des amerikanischen Baseballs maßgebend verändern.

 

Die besten Geschichten schreibt der Sport immer noch selbst. Und so ist es auch im Falle von „Moneyball“. Die Ereignisse des Films basieren auf wahren Begebenheiten rund um den General Manager der „Oakland A’s“. Das Drehbuch liefert auch permanente Bezüge zu der phänomenalen Saison 2002, indem echte Aufnahmen der vergangenen Spiele eingeblendet werden. Die Geschichte ist somit noch packender und mitreißender. Hinzu kommt aber noch eine erstklassige Inszenierung von Regisseur Bennett Miller  und einem wunderbaren Schauspiel aller Beteiligten. Von der kleinsten Baseball-Spieler-Rolle, die verkörpert wird, bis hin zu Pitt und Hill, die wirklich aufgehen in ihrem Spiel. Der Spannungsbogen, der durch die philosophische Frage ob ein Spiel wie Baseball durch Zahlen und Statistiken komplett verändert werden kann, entsteht, reißt über die gesamte Laufzeit von 128 Minuten nicht ein einziges Mal ab. Messerscharfe Dialoge, die das Streitthema des Sports wunderbar thematisieren, sind das Hauptaugenmerk des Drehbuchs und diese sind wirklich wunderbar geglückt.

 

BILD

Das MPEG-4 kodierte Bild liegt im formatfüllenden Ansichtsverhältnis 1.85:1 vor. Der Transfer von Sony Pictures Home Entertainment auf Blu-ray Disc besticht durch eine tolle Bitrate, die Artefakte und andere Bildfehler völlig ausschließt und durch einen starken Schwarzwert und einer durchgehend hohen Detaildurchzeichnung. Texturen, Haut und Haar sind in jeder Szene präsent und knackig scharf. Der Kontrast ist ausgewogen und zeichnet ein weiches Bild mit einer hohen Farbpallette und vielen Facetten. In manchen Einstellungen ist Filmkorn präsent, dass auch ein klein wenig an der Detaildurchzeichnung kratzt. Man muss aber genau hinschauen, um das in den wenigen Szenen ausfindig zu machen. Der Gesamteindruck, der auch die vielen original TV-Aufnahmen von 2002 beinhaltet,  ist durchweg positiv. Zu einer technisch einwandfreien Technik der Blu-ray gesellt sich eine tolle Inszenierung von Regisseur und Kameramann. Wir sehen Sportaufnahmen mit Ultra-High-Speed Kameras gedreht, tolle urbane Landschaftsaufnahmen und viele Gesichter in Close-Ups mit den dazugehörigen Emotionen.  Hinzu kommen immer auch tolle Bildmetaphern, die vielen Szenen zusätzlich Dramaturgie verleihen.

 

SOUND

Der deutsche Audio-Track der Blu-ray von Sony Pictures liegt erfreulicher Weise als 5.1 DTS-HD Master vor. Insgesamt liegt uns mit dieser Tonspur eine sehr ausgewogene und natürliche vor. Sie ist natürlich vorrangig ausgelegt auf Dialoge und eher zurückhaltende Geräusche. Die Gespräche sind auch fein abgemischt und stets gut verständlich. Umgebungsgeräusche sind räumlich, aber eher unauffällig eingearbeitet worden, was den Track relativ frontlastig wirken lässt. Die Szenen in den Stadien können aber ebenfalls durch Räumlichkeit punkten und die Spielgeräusche, allen voran die Schläge der Sportler, sind kräftig und präsent. Der Soundtrack ist ebenfalls sehr unauffällig, aber toll eingesetzt. Kritik gibt es bei der deutschen Synchronisation. Die Hauptdarsteller werden wie gewohnt klasse nachgesprochen, doch auffällig ist, dass Nebenrollen, wie etwa die Tochter des Managers, Casey Beane (Kerris Dorsey), nicht so präsent daherkommen wie die bewährten Sprecher des restlichen Casts. Auch an der Übersetzung gibt es den einen oder anderen Satz zu hinterfragen. Zwar sind die Übersetzungen allesamt richtig, das englische Original kommt aber in vielen Szenen ein wenig schnittiger rüber. Wer also den Film ein zweites Mal sieht, sollte die Originalspur durchaus in Betracht ziehen.

 

EXTRAS

An Bonusmaterial hat die Blu-ray von Sony einiges zu bieten. Entfallene Szenen, Versprecher mit Brad Pitt und Jona Hill sowie die Feature-Filme „Billy Beane: Baseball Revolutionär“, „Moneyball: Das Spiel“,  „Eingeschworenes Team“ und „Die Adaption von Moneyball“ . Alle Extras liegen in HD-Qualität vor und versprechen einiges an Hintergrundinformation zur Entstehung des Films, sowie zur Person Billy Beane selbst. In Interviews steht er Rede und Antwort und philosophiert auch über die aktuelle Lage. Zudem wird sehr detailliert beleuchtet wie man sich dem Team von 2002 angenähert hat. Einblicke ins Set gibt es obendrein. Erfreulich ist auch, dass die Extras ohne das typische PR-Geschwafel auskommen, in dem sich Cast und Crew gegenseitig über den Klee loben. Hier geht es um das Thema an sich und die original Hauptdarsteller vor gut zehn Jahren. PlayStation-3-Besitzer freuen sich zudem über ein Theme für ihr XMB-Menü. Dieser ist zwar nicht dynamisch, aber immerhin.

 

FAZIT

„Moneyball“ ist ein faszinierender und gleichsam fesselnder Film. Sein dialoglastiges Drehbuch weiß vor allem auch durch die tollen Darstellungen der Schauspieler zu überzeugen. Aber auch das Thema an sich lädt zum Nachdenken und philosophieren ein selbst für Menschen, die mit Sport im Allgemeinen wenig anfangen können. Die Bilder, die Regisseur Bennett Miller und Kameramann Wally Pfister einfangen, werden einer Blu-ray würdig transferiert und erstrahlen zwar nicht auf Referenzniveau aber dennoch überdurchschnittlich gut auf eurem HD-Fernseher. Der dezente Audiotrack ist glasklar und angenehm zurückhaltend. Kleinere Mängel bei der Synchronisation und der Übersetzung kratzen aber kaum an der HD-Spur, die glücklicher Weise auch endlich ein Mal in deutscher Sprache vorliegt. Die Extras runden in ihrer Fülle, der HD-Qualität und ihrem Informationsgehalt die Scheibe toll ab. Um einen Kauf werden nicht ein Mal Sportverächter herumkommen. Kaum ein Satz fasst die Geschehnisse besser zusammen als das zu Beginn eingeblendete Zitat von Mickey Mantle:

 

„Wie wenig man doch über das Spiel weiß, das man sein Leben lang spielt.“

 

 


Bewertungen

Story
10/10
Bild
8/10
Sound
9/10
Extras
9/10
Fazit
9/10
Moneyball – Die Kunst zu gewinnen
User-Bewertungen
12345678910 9,00/10
1 Bewertungen
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Bill Morisson
1. Juli 2012 um 10:19 Uhr

Ich liebe ja eh Filme die auf wahren Begebenheiten beruhen und die amerikanischen Sportfilme sind eh immer sehr kurzweilig. Wenn dann auch noch eine gute Besetzung im Bott ist, dann muss es sich echt um einen guten Film handeln :)


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