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Hell
Filme mit Endzeit-Szenarien gab es in den letzten Jahren reichlich. Von großen Überraschungen bis hin zu noch größeren Enttäuschungen bietet das Genre eine mannigfaltige Auswahl. Der junge schweizer Regisseur und Drehbuchautor Tim Fehlbaum wagt mit seinem postapokalyptischen Survival-Streifen Hell sein Spielfilmdebüt und betritt damit also ziemlich breitgetretenes Terrain. Ob ihm damit ein ansehnlicher Einstand gelungen ist, erfahrt Ihr wie immer bei uns im folgenden Review! Hell

STORY

 

Hell FilmIm Jahre 2016 hat die Intensität der Sonnenstrahlen so stark zugenommen, dass es zu einer globalen Erhitzung mit katastrophalen Folgen kam. Ein Leben an der Oberfläche ist kaum noch möglich, da die Hitze das Atmen unsäglich macht und die Haut bei Berührung der heißen Strahlen sofort versengt. Chaos und Anomie sind die Relikte der einstigen Gesellschaft.

In dieser lebensfeindlichen Welt kämpfen Leonie (Lisa Vicari), Marie (Hannah Herzsprung) und ihr Freund Phillip (Lars Eidinger) täglich aufs neue um die letzten Reserven Wasser und Benzin und damit um ihr nacktes Überleben. Auf der Suche nach den letzten grünen Oasen der Erde bahnen sie sich ihren Weg in die unwegsamen Berge mit ihrem einzig treuen Gefährten, einem alten Kombi. Als sie einen Zwischenstopp an einer augenscheinlich verlassenen Tankstelle einlegen, in der Hoffnung, dort ihre Vorräte auffüllen zu können, beginnt ein Abenteuer mit unbekanntem Ausgang und der großen Frage: wird jemand diese Hölle überleben?

Die Geschichte unter dem Hintergrund der unberechenbaren Strahlkraft der Sonne hat eine aktuelle Brisanz, wie sie nur den wenigsten bekannt ist. Das die Thematik am Ende nur einen dünnen roten Faden für die Gesamthandlung spielt, ist einerseits schade, lässt aber genügend Spielraum für Eigeninterpretationen.

Während die Geschehnisse anfänglich recht langsam an Fahrt gewinnen, bekommt der Film spätestens ab der Mitte immer mehr an Geschwindigkeit und zieht diese bis zum Schluss gnadenlos durch. An einigen Stellen hätte man vielleicht etwas mehr Zeit investieren können, um die Dramatik der Szenen eindringlicher zu gestalten. So hat man dem Streifen am Ende seine recht knappen 89 Minuten leider doch auch etwas angemerkt.

 

 

BILD

 

Hell Film

Das Bild ist gut, an einigen Stellen sogar sehr gut. Manche Stellen sind stark überbelichtet, was allerdings als Stilmittel zur dramaturgischen Untermalung eingesetzt wird. Die Drehorte waren an die Thematik angepasst und gut gewählt, unter anderem ein abgebrannter Wald auf Korsika, um die zerstörte Natur nach der Katastrophe zu demonstrieren.

Das Bildseitenverhältnis wird mit den üblichen 16:9 – 1.77:1 angegeben und die Auflösung ist natürlich in Full HD auf die blaue Scheibe gepresst worden. Insgesamt bin ich positiv vom Bild überzeugt, auch in dem Punkt, wie gut es den typisch ‘deutschen’ Look umgeht.

 

 

SOUND

 

Da es sich hierbei um eine deutschsprachige Produktion handelt, ist auf der Blu-ray ausnahmsweise auch nur eine deutsche Tonspur enthalten. Das ist zwar verständlich, aber zumindest englische Untertitel wären wünschenswert gewesen. Davon abgesehen ist der Ton zwischen den Dialogen und den actionlastigen Szenen gut abgemischt und in einem DTS-HD 5.1 in guter Qualität aufgenommen worden. Der Soundtrack wurde von Lorenz Dangel komponiert, wofür er mit dem deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde.

 

 

EXTRAS

 

Hell bietet unter anderem ein Making Of, Hintergründe zur Entstehung der Geschichte, Infos zu den Darstellern sowie einige Trailer, als auch den Premierentrailer. Das Bonusmaterial hat insgesamt einen Umfang von ca. 34 Minuten und ist damit ein durchaus solides Paket für jeden, der gerne mehr rund um den Dreh erfahren möchte.

 

 

FAZIT

 

Hell FilmTim Fehlbaum hat mit Hell einen solides Werk abgeliefert und ein gutes Gespür bei der Wahl der Darsteller bewiesen. Für den ganz großen Wurf fehlt es dem Ganzen etwas an Tiefgang, die Hintergründe zu den Charakteren bleiben farblos, die Motive schwach und allgemein wird man das Gefühl nicht los, ein wenig durch den Film gehetzt zu werden. Das mag vielleicht gewollt sein, ist an der Stelle aber nicht gekonnt eingesetzt worden. Alles in allem vergibt die Redaktion dennoch eine klare Kaufempfehlung für all jene, die sich im Endzeit-Genre zuhause fühlen und einer deutschen Interpretation des Endes der Welt eine Chance geben.

 


Bewertungen

Story
7/10
Bild
8/10
Sound
8/10
Extras
7/10
Fazit
7.5/10
Hell
User-Bewertungen
12345678910 8,00/10
2 Bewertungen
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K.on
27. Mai 2012 um 21:43 Uhr

Schönes Fazit. Hab den Film nicht gesehen, aber nun nen guten Eindruck bekommen, danke! Ich fand den Trailer damals recht ansprechend, besonders die coolen Licht und Staubeffekte. Werd den Film vielleicht mal nachholen.


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